Erich Sixt sieht Probleme für die Autoindustrie

München – Erich Sixt glaubt, dass die Formen der Mobilität immer vielfältiger werden. Was für ihn heißt, dass auf die Automobilhersteller große Herausforderungen zukommen. Doch seine Autovermietung sieht er gut positioniert, um den Drang der Menschen nach mehr Unabhängigkeit gerecht zu werden.

Im Gespräch mit „Euro am Sonntag“ nimmt der Firmenpatriarch kein Blatt vor den Mund. Carsharing, Autovermietung, Fliegen, Bahn fahren, Sharing Economy – das eigene Auto als Statussymbol habe ausgedient, der Umsatz im Carsharing allein bei DriveNow verdoppelte sich im letzten Jahr.

Rasantes Wachstum im Carsharing – geht das so weiter? 

Auf die Frage, welchen Umsatz neue Mobilitätsformen dem Unternehmen insgesamt beisteuern können, kommt allerdings eine vage Antwort. Der Anteil am konzernweiten Gesamtumsatz sei „natürlich noch gering“. Fest stünde, dass Autos als Statussymbol bald ausgedient hätten. Sie würden künftig stärker nach Nutzungszeiten bezahlt. Das sind optimale Voraussetzungen für fast alle Geschäftsmodelle von Sixt. Carsharing hat mit 500.000 Kunden und vergleichsweise kleiner Flotte einen kaum spürbaren Effekt auf den Gesamtfahrzeugmarkt. Den Löwenanteil an zeitlich genutzten Autos findet man in den Flotten der Autovermietungen wieder. Doch auch die gehen schon nach kurzer Zeit in den Gebrauchtwagenmarkt über – und werden zum eigenen Auto. Ob nun als Statussymbol oder in erster Linie als „Arbeitstier“ sei mal dahingestellt. Ein Arbeitstier bleibt Erich Sixt auch bis ins hohe Alter. Trotz seiner 71 Jahre denkt er nicht ans Aufhören. „Mir selbst geht es nach wie vor gut, ich habe noch immer großes Vergnügen an Innovationen – und daran, grundsätzlich alles infrage zu stellen.“

Bild: Sixt

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