Elektromietwagen kommen nicht in Schwung

Palma de Mallorca – Leise surrend durch den Sommer der Ferieninsel cruisen: Eine Traumvorstellung für viele Urlauber. Die Vorzüge von Elektroautos passen eigentlich perfekt zu den Ansprüchen vieler Mietwagenfahrer auf Mallorca. Doch so richtig kommen die umweltfreundlichen Autos nicht in Schwung.

Während in Deutschland noch kaum Ladesäulen gebaut werden, investiert  die Regierung der Balearen-Insel kräftig in neue Ladeinfastruktur. Bis zu 2.000 Ladesäulen sollen entstehen. Doch mittlerweile stellt sich die Frage, ob so viele Säulen für so wenige Elektroautos überhaupt nötig sind.

Nur punktuell bei Touristen gefragt

Renault Twizzy sind bei vielen Vermietern auf der Insel beliebt. Sie sind günstig im Unterhalt und in der Anschaffung.  „Wir waren wirkliche Pioniere und mit unseren 43 Twizys der Autoverleiher in Europa mit den meisten Elektroautos“, erzählt Rafa Carrasco der Mallorca Zeitung, die von ecomento.tv zitiert wird. Der Projektleiter der Autovermietung Proa gibt sich bescheiden: „Es war gar nicht viel dabei. Wir haben 13 Steckdosen angebracht, ein paar Twizys da hingestellt und fertig.“ In der Hauptsaison sei die ganze Flotte teilweise komplett ausgebucht.

Bei Sixt sieht das Geschäft mit den Stromern schon anders aus. Die Autos sind laut Mallorca-Flottendirektor Gilles Redard nie komplett ausgebucht. Das kann aber auch am Premium-Anspruch der Flotte liegen. Zwar gibt es mit BMW i3 und Nissan Leaf vergleichsweise „normale“ Autos am Flughafen von Palma zu mieten. Es steht aber auch ein BMW i8 bereit, der entsprechend teuer ist. Doch der Flottenleiter gibt sich zuversichtlich. Mit den Jahren würden die E-Autos immer wettbewerbsfähiger und alltagstauglicher werden.

Doch um wirklich massentauglich zu werden, müssen die Mietpreise sinken. Das geht nur, wenn die Einkaufspreise der E-Autos auf dem Niveau von vergleichbaren Autos mit Benzinmotor liegen würden. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg und die 2.000 Ladesäulen zucken weiter unberührt mit den tatenlosen Schultern.

Bild: Renault

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