Datensammelwut in Mietwagen?

Berlin – Und täglich grüßt der Mietwagen: Du kontrollierst Schäden, steigst ein und koppelst als erste Amtshandlung dein Smartphone. Logisch – man will ja immer „connencted“ sein und freisprechen ist beim Fahren erlaubter und angenehmer als das Gerät in der Hand zu halten.

Wäre da nicht ein kleiner Haken. Denn mit der Zustimmung, dass das Infotainment-System mit deinem Smartphone verbunden wird, kommt es zur Datensynchronisation.

Navi nicht mit dem Smartphone koppeln

Moderne Autos sind so konzipiert, dass sie sich den Vorlieben Ihrer Fahrer anpassen und lernen – blöd nur, wenn es hunderte verschiedene Fahrer während der Laufzeit eines Mietwagens sein werden. Mitunter lassen sich fünf oder mehr Smartphoneprofile in einem Mietwagen abrufen – inklusive der überspielten Musik, die nun auf dem Datenspeicher des Autos liegt. Weit schlimmer: Wir kennen Fälle, in denen wir z.B. bei Mietwagen von Ford oder BMW auf das komplette Adressbuch einiger Vormieter zugreifen konnten. Mit dabei sehr intime Kurznachrichten, geschäftliche Emails und bei einem Auto mit Internetzugang durften wir auch den Verlauf des Browsers einsehen. Die Autovermieter sind hierbei nicht in der Pflicht, eventuelle Profile aus den Mietwagen zu entfernen. Hier sieht beispielsweise Sixt die Autohersteller an vorderster Front.

Autovermeiter nicht in der Pflicht

„Ob ein Kunde sein Smartphone mit dem Kommunikationssystem eines Mietfahrzeugs verbindet, ist seine persönliche Entscheidung und Verantwortung – so wie er zum Beispiel auch entscheiden muss, ob er ein öffentliches WLAN nutzt“, beschreibt ein Unternehmenssprecher die Situation gegenüber Welt/n24. „Sixt gibt hierzu schon deshalb keine Empfehlungen, weil sich die Kommunikationssysteme dem Einflussbereich eines Autovermieters entziehen.“ Er führt weiter aus: „Alle Daten eines Kunden, die sichtbar gespeichert werden, muss der Kunde auch selbst wieder löschen“.

Fahrtziele aus dem Verlauf löschen

Oft spielt die kurze Rückgabezeit eine Rolle, warum Profile der Vormieter in den Mietwagen zu finden sind. Kaum am Flughafen angekommen, drückt man den Schlüssel dem Mitarbeiter entgegen und eilt im Sauseschritt Richtung Flieger oder Zug. Aber die Zeit zum Löschen und Zurücksetzen des Infotainments sollte man sich unbedingt nehmen. „Wenn Sie ein mobiles Gerät mit dem Auto verbinden, können dort Ihre Handynummer, Verbindungsdaten oder sogar die Kontakte aus Ihrem Telefonbuch und Textnachrichten gespeichert bleiben“, schreibt Lisa Weintraub Schifferle von der Federal Trade Commission (FTC) in einem Welt/n24-Artikel.

Bild: schwerunterwegs

 

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