Autos mieten und Börse im Blick behalten

München – Ob sich der Kauf von Aktien lohnt, bleibt eine individuelle Entscheidung. Für das Sixt-Papier sprechen Dividendenrenditen zwischen drei und fünf Prozent, gesundes Wachstum des Kerngeschäfts, Internationalisierungspläne und hohe Eigenkapitalquote. Doch kann das familiengeführte Unternehmen dieses Wachstum auf Dauer halten?

Ein abgedroschenes Sprichwort besagt: „Was den einen freut, ist des anderen Leid.“ Ganz so überspitzt stellt sich die Situation zwar nicht dar. Dennoch spüren Kunden derzeit eine vom finanziellen Druck gesteuerte Veränderung in der Preispolitik von Sixt.

Einschränkung der Freikilometer und Gespräche am Tresen

Eine Optimierung der Zahlen kann für ein Unternehmen bares Geld wert sein. In Deutschland sieht sich die Autovermietung Sixt als Marktführer. Mitglieder des MietwagenTalk reservieren zum Großteil bei Sixt. Alle anderen Autovermietungen zusammen kommen nicht annähernd auf den Wert, den Sixt erzielt. Eine bis zuletzt attraktive Flotte mit hochwertigen Autos zu verhältnismäßig fairen Preisen – da konnte keiner der Wettbewerber mithalten. Bis Sixt sich dazu entschied, die Freikilometergrenze z.B. für das Wochenende um 250 km zu reduzieren. Im Endeffekt heißt das: Die Autos erreichen später die Laufleistungsgrenze von ca. 25.000 Kilometern.

Zufriedene Kunden bei Sixt eher Regel als Ausnahme

Ergo können sie über einen längeren Zeitraum vermietet werden. Das bedeutet mehr Umsatz bei gleich bleibendem Materialeinsatz. Im Laufe des zweiten Halbjahres häuften sich außerdem Berichte über aggressive Verkaufsstrategien der Rental Agents über zusätzliche Versicherungen oder gezieltes Anbieten unbeliebter Fahrzeuge um mit höherwertigen Autos sogenannte Upsales anzubieten. Die meisten Anmietungen laufen allerdings nach wie vor recht zufriedenstellend ab. In der Regel werden gebuchte Klassen bedient und Aufpreise zu „besseren“ Autos von Kunden freiwillig bezahlt.

Unternehmensziel: Wachstum, Umsatzplus, Steigerung des Gewinns

Die Straffung von Geschäftszweigen gehört zu Unternehmensprozessen wie die Sahne zur Erdbeere. Alles wird umgedreht und auf Schlüsselfaktoren untersucht. Jedes (Geschäfts-) Jahr aufs Neue. Die Aktionäre freuen sich über die nächste Dividende, die Geschäftsführer über steigenden Umsatz. Die Aktie dürfte weiterhin bei vielen Bewertungsportalen auf „buy“ stehen. Als Mobilitätsdienstleister dürfen die Autovermietungen am Ende aber nicht den Kunden vergessen. Denn der kann zum Schalter nebenan wechseln. Ob der jetzt rot, grün oder gelb ist, spielt im Endeffekt keine große Rolle.

Bild: MietwagenNews

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