Audi und seine Carsharing Experimente

[Ingolstadt im Juni 2015] Audi probiert sich aus. Nachdem der Zug auf dem regulären Freefloating-Markt gesättigt scheint, testet Audi Carsharing in einer abgewandelten Form. In Ingolstadt möchte man nicht Low-Budget fahren sondern High-Class Service anbieten. Im Augenblick laufen drei Testmodelle.

Audi Select, Audi on demand und Audi unite heißen die drei Varianten, die gerade in verschiedenen Städten Europas und Nordamerikas am Markt sind. Doch was unterscheidet sie eigentlich untereinander und vor allem: Wo liegt der Mehrwert für die Kunden? Warum lohnt sich kein klassisches Carsharing-Modell für Audi?

Audi unite in Stockholm – Mehrere Nutzer für ein Auto

Audi Unite gibt es derzeit ausschließlich in der schwedischen Hauptstadt Stockholm. Hier haben mehrere Nutzer die Möglichkeit, sich einen Audi zu teilen. Das Unite-Portfolio reicht dabei vom kleinen A1 bis zum Supersportler R8. Das Preisgefüge richtet sich vor allem nach der Fahrzeugkategorie. Für die regelmäßige Nutzung des günstigsten Angebots müssen monatlich 1075 Kronen an Audi überwiesen werden. Der R8 ist fünfmal so teuer. Umgerechnet bewegen sich die Kosten also zwischen 117 Euro für den A1 und 554 Euro für den R8. Hier teilt man sich das Auto dann mit fünf Personen – Reinigung und Winterreifen nicht inklusive. Allerdings, und das erscheint fair, sind alle sonstigen Nebenkosten enthalten und man hat bei 24 Monaten Vertragslaufzeit 20.000 Kilometer im Jahr frei.

Audi on demand in San Francisco – Wunschaudi direkt vor der Tür

Das Konzept von Audi on demand ähnelt der bekannten Idee von BMW on demand. Hier gibt es keine feste Vertragslaufzeit, man hat also keine Fixkosten. Audi bietet damit solventen Kunden die Möglichkeit, zum Festpreis bestimmte Audimodelle über einen festgelegten Zeitraum zu fahren. Vom herkömmlichen Mietwagen unterscheidet sich die Idee darin, dass jeder Kunde seinen Audi bis zu seiner Haustür geliefert bekommt. Der Spaß gestaltet sich allerdings nicht gerade billig. Für ein Audi RS5 Coupé werden 440 Dollar veranschlagt – pro Tag wohlgemerkt. Die Luxury-Preise von Hertz oder Sixt liegen in den USA deutlich unter diesem Preisgefüge. Doch der Kunde bekommt die Garantie, ein bestimmtes Modell zu fahren, das Service-Niveau liegt deutlich über dem der etablierten Autovermietungen. Übrigens: Wer unbedingt einmal den Audi R8 ausprobieren will, kann das für knapp 1.200 Dollar pro Tag testen. Ein Audi A4 Allroad Quattro wird bei 165 Dollar/Tag eingepreist.

Audi Select – sorgt für Abwechslung im grauen Auto-Alltag

Leasing-Verträge für Autos sind ja ganz wunderbar. Vermeintlich kleine Raten ermöglichen es, auch teurere Autos zu fahren für die man gerade nicht die volle Summe bleichen möchte. Doch nach drei Jahren Laufzeit schleicht sich schnell Langeweile ein. Der klassische Mietwagen bedeutet aber zu viel Nervenkitzel, weil man nie weiß, welches Auto einen nun schon wieder erwartet? Hier setzt das Konzept von Audi Select an. Für eine festgelegte Rate kann man während der Vertragslaufzeit zwischen verschiedenen Audi-Modellen wechseln. Drei Pakete stehen zur Auswahl. Sechs Monate und ein Auto, zwölf Monate und zwei Autos sowie zwölf Monate und drei Autos. Preislich liegt z.B. ein Audi A5 Coupé für sechs Monate bei 999 Euro, das Paket mit drei Audis (z.B.: S5 Sportback + SQ5 + RS6 Avant) wird mit 1.621 Euro/Monat veranschlagt. Der Audi Select Hauptsitz befindet sich übrigens in Berlin am Kurfürstendamm 195.

Insgesamt spricht Audi mit diesen drei Testballons gut betuchte und autobegeisterte Menschen an, denen nach Abwechslung im Alltag ist. Man bindet sich bei zwei Modellen vertraglich an den Hersteller ohne eine zu große Verantwortung für ein Auto zu übernehmen. Wartungskosten fallen ebenso weg wie Steuern oder Versicherungen. Wie beim Carsharing von DriveNow oder car2go sind diese Nebenkosten bereits im Mietpreis enthalten. Audi schlägt damit gekonnt die Brücke zwischen Leasing und klassischen Mietwagenangeboten.

Bild: Audi

5 Kommentare zu “Audi und seine Carsharing Experimente

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